Etwa monatlich, meistens an einem Donnerstag, trifft sich der Literaturkreis des Stadtteilvereins bei Familie Munz.
Entstanden ist dieser Kreis durch die Einladung von Frau Ingrid Munz. Als ehemalige Lehrerin und Stimmbildnerin war ihr Anliegen: „Die Sprache soll tönen und lebendig werden, nicht nur in Büchern stehen. Die eigene Stimme soll man erproben und austesten!“ Acht bis zehn Teilnehmer umfasst der Kreis.
Meistens werden Teile aus Schauspielen mit verschiedenen Rollen gelesen, z. B. Goldoni „Der Diener zweier Herren“, Dürrenmatt „Der Besuch der alten Dame“, Aristophanes „Die Vögel“, Grillparzer „Weh dem, der lügt!“ Als bisher einzige Prosa stand letztes Mal „Schachnovelle“ von Stefan Zweig auf dem Programm und führte zu manchen Diskussionen und Überlegungen. Mitunter wurde auch schon zu öffentlichen Lesungen eingeladen.
An diesem Donnerstag im Dezember sind Schiller-Balladen und -Gedichte vorbereitet: „Das Lied von der Glocke“, „Der Taucher“ u. a. Die Teilnehmer lesen engagiert und nehmen gern auch Verbesserungsvorschläge von Frau Munz an. „Es ist schön, die Stücke hier kennenzulernen, man wird selber angeregt und überlegt sich die Hintergründe.
Die Beschäftigung mit der Sprache führt dazu, die Vielfalt und die Hintergründe von Texten kennenzulernen… Die Arbeit von Schauspielern und Sprechern lernt man viel mehr zu schätzen, wenn man weiß, was alles dahintersteckt!… Etwas Humorvolles möchten wir auch gern einmal machen, aber das ist uns bisher noch nicht so gut gelungen…“
Als Adventkalender-Geschenk des heutigen Tages möchten wir eine Überlegung anbieten:
Der Literaturkreis kann ein Beispiel dafür sein, wie ein Arbeitskreis in einem Stadtteil entstehen und funktionieren kann: Wenn einfach jemand eine Idee hat und irgendwie anfängt, dann finden sich unschwer weitere Leute, die bereit sind, mitmachen. Nicht, weil man muss – sondern weil man es gern tut! Deshalb funktioniert auch der Stadtteilverein so gut: Nicht erst große Bedarfserhebungen und Meinungsumfragen durchführen, sondern einfach machen, was man kann, was einen freut – das wird dann auch die anderen freuen!